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Das Weblog für schöne Menschen

Flash Forward

Datum: 17. August 2009
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Eine der am heißesten erwarteten neuen Serien im diesjährigen US-TV-Herbst ist Flash Forward. Die Serie basiert auf einem Roman von Robert J. Sawyer, der im Deutschen schlicht Flash betitelt ist. Als kleine Vorbereitung auf die Serie und weil ich Urlaub hatte, hab ich mir das Werk zu Gemüte geführt.

Es geht darum, dass durch ein Experiment mit dem LHC am CERN (Teilchenbeschleuniger – wahnsinnig kompliziertes Zeug) die gesamte Menschheit für knapp zwei Minuten das Bewusstsein verliert und 21 Jahre in die Zukunft blickt.

Das ist der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe interessanter Entwicklungen und Überlegungen. Fragen wie „Warum werde ich dann tot sein?“ und „Kann das Gesehene verändert werden?“ sind dabei nur der Anfang einiger toller Gedankenexperimente. Der Autor nutzt seine Figuren für spannende Diskussionen über Phänomene und Theorien aus der Quantenphysik. Von manchen hat man schon mal gehört, von anderen nicht, aber es bleibt immer verständlich, und natürlich spannend.

Der Roman besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen (auch denn behauptet wird, es wären drei): Der erste spielt im Jahr 2009, in dem das Experiment stattfindet, der zweite 2030 und beleuchtet die Zukunft, und gibt vor allem darüber Aufschluss, was tatsächlich eintritt, was nicht, was anders… aber ich möchte nicht zuviel verraten. Leider geht kurz vor Schluss die Phantasie mit Sawyer durch und zeitweilig hat man den Eindruck, der Mann hätte irgendwelche Drogen eingeworfen, so abgehoben wirken einige der Seiten. Eigentlich schade, dass er das bis dahin recht solide Fundament auf diese Art demontiert, denn auch die Logik bliebt dann mitunter auf der Strecke. Das als Warnung.

Dennoch bietet das Buch – ursprünglich vor zehn Jahren geschrieben – einige tolle Ideen und teilweise überraschende Weitsicht. So sind 2009 Polohemden wieder in Mode, was ich durchaus bestätigen kann, und auch Papst Benedikt der XVI. wird erwähnt – wobei letzteres auch Verdienst der erst 2008 erfolgten deutschen Übersetzung sein könnte.

Ein Fazit: Wäre der Schluss nur ein bisschen anders… oder vielleicht früher, wäre es ein wirklich toller Roman. Auf die kommende Serie hat er mich jedenfalls neugierig gemacht, und sei es nur, um herauszufinden, wieviel Vorlage und Adaption tatsächlich gemein haben werden.

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Tag der gehirnamputierten Überholer

Datum: 20. Juli 2009
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Der ist heute! Auf der nicht mal 10 km langen Bundesstraßenpassage zur Arbeit und wieder heim war ich heute Zeuge von 5 Fast-Unfällen. Und das nur, weil es scheinbar out ist, vor dem Überholen mal zu schauen, ob nicht was entgegen kommt.
Besonders angesagt: LKW überholen und dann ausbremsen.

René hätte seine helle Freude an sowas…

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Lieber Microsoft als Google

Datum: 20. Juli 2009
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Seit kurzem hat Microsoft ja mit Bing eine Suchmaschine am Start, die viel gelobt wird und Google womöglich Marktanteile abnehmen wird. Dieser Beitrag hat überhaupt nichts damit zu tun! Hier geht es um etwas völlig anderes!

Vor anderthalb Jahren habe ich begonnen, für meine privaten Mails den von Google angebotenen Service Apps for your Domain zu nutzen. Die Idee dahinter: auch für E-Mailadressen der eigenen Domain lässt sich der leistungsfähige Dienst Gmail nutzen. Es gibt einen Kalender, eine Chatfunktion und einige Spielereien.
Vor ein paar Wochen bin ich umgestiegen und nutze jetzt einen ähnlichen Dienst von Microsoft.

Warum hab ich das gemacht?

Auch wenn Googles Funktionsumfang in Sachen E-Mail und Kalenderverwaltung beeindruckend ist, haben die die Integration der domainbezogenen Anwendungen mit dem Rest ihres Angebots immer noch nicht hinbekommen. So melde ich mich zum Beispiel für die Mails und für den Google Reader (toll!) mit derselbem Mailadresse an, dahinter verbergen sich aber zwei unabhängige Konten.
Dadurch ist auch der Nutzen der Vernetzung mit anderen Diensten aus dem Google Angebot (Blogger, Picasa, Analytics) nicht gegeben.

Microsoft hat das sehr viel besser im Griff. Das Zusammenspiel von E-Mails, Kalender, Fotoverwaltung (inkl. ausgefeilter Freigabeoptionen) klappt einfach. Das Ganze harmoniert mit den Windows Live Anwendungen, die man kostenlos herunterladen kann, und die vom Desktop aus bequemen Zugriff auf die Online-Daten ermöglichen und dabei sauber synchronisieren. So werden nicht nur E-Mails, sondern auch der Ordner in dem sie liegen und ob sie schon gelesen wurden hin- und hergespiegelt. Besser noch als IMAP. Für den Kalender und Kontakte klappt das analog.

Auch Outlook kann über einen speziellen Konnektor genutzt werden, und dann funktioniert sogar das Versenden von Einladungen aus dem Kalender heraus, das ohne (zumindest bis jetzt) sonst nicht angeboten wird. Aber das hab ich noch nie gebraucht.

Dazu gibt’s einen Office-Live Account, eine Art Mini-Sharepoint. Und wenn erst das neue Office 2010 kommt, können die darin abgelegten Dokumente auch noch online bearbeitet werden. Auf Möglichkeiten zu Bloggen (Live Spaces) oder Online-Speicher (SkyDrive) gehe ich hier nicht ein, wohl aber auf eine Funktion namens Events, die einige der zuvor genannten Funktionen kombiniert und so das Organisieren von Veranstaltungen erleichtert. Das muss noch ausgiebig getestet werden.

Nachteile: Keine (kostenlose) SMS Benachrichtigung mehr für anstehende Termine. Schade, aber mit einer täglichen E-Mail mit den jeweiligen Terminen komme ich auch zurecht.
Und den integrierten Google Talk kann ich jetzt nicht mehr nutzen, um mit meinen unzählig vielen Kontakten zu chatten, die auch Gmail haben. Ihr habt das vielleicht schon bemerkt, Sabine und René.

Klar, Microsoft ist in vielerlei Hinsicht uncool. Einen anständigen Browser kriegen die immer noch nicht hin, aber das neue Windows 7 ist toll und die gelungene Desktopintegration von Online-Kalender und E-Mail macht Spaß.

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Benutzerdefiniertes Tastaturlayout

Datum: 30. Juni 2009
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Wie jedes IT-Unternehmen, das was auf sich hält, beschäftigen wir uns auch da, wo ich arbeite, gelegentlich mit innovativen Ideen, die die Computernutzung revolutionieren werden oder wenigstens könnten. Üblicherweise kommt das vorwiegiend dann vor, wenn man von einer verstimmten Kollegin einen Textmarker mit ziemlich viel Schwung an den Hinterkopf bekommen hat. Dann hat man einfach die besten Ideen.

Aktuell nervt uns ein kleiner Franzose, weil das französische Tastaturlayout wohl im Nummernblock einen Punkt anstatt eines Kommas hat, und das in unserem Online-Bestellsystem bei einem (in Zahlen 1!) Kunden dazu führt, dass er regelmäßig ein Vielfaches der eigentlich gewünschten Menge bestellt (z.B. 195 anstatt 19,5… äh, 19.5). Jetzt liegen zwischen der Eingabe der Menge und dem Abschicken der Bestellung mindestens zwei Bestätigungsseiten, wo die Menge auch nochmal angezeigt wird, aber offensichtlich haben wir es mit einem Profi zu tun.

Der erste Ansatz war, den Punkt einfach für alle französischen Benutzer durch ein Komma zu ersetzen, aber das ist erstens sehr allgemein und zweitens sind wir Freunde von individuellen Lösungen.

Deshalb bieten wir demnächst vielleicht (vielleicht auch nicht) ein benutzerdefiniertes Tastaturlayout an. In den persönlichen Einstellungen kann dann jeder Nutzer beliebige Tasten seiner Tastatur mit beliebigen Zeichen belegen.
Dann kann der kommatöse Franzose seinen Nummernblock frei mit einem Komma belegen.

Wir gehen einen Schritt weiter und beschränken die Eingabe nicht auf ein Zeichen. Dann können häufig benutzte Bestellmengen (z.B. 19,5) gleich einer Taste zugewiesen werden. Oder auch ganze Wörter (Versandanschrift eingeben in zwei bis drei Anschlägen) oder Sätze wie „Beachten Sie unsere Anlieferzeiten von 8 – 19,5 Uhr“.
Die Möglichkeiten sind endlos!

Aber auch der Sicherheitsaspekt sollte nicht vernachlässigt werden. Der Nutzer kann sich ein einfaches und völlig unsicheres Passwort wie 12345678 merken, und trotzdem verbirgt sich dahinter eine komplexe Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

Zu guter letzt bedienen wir noch den Web 2.0 Gedanken, indem wir jedem freistellen, sein Layout für andere Benutzer freizugeben. Auf der Startseite würde dann ein Dropdown angezeigt, frei nach dem Motto: Probieren Sie auch die Tastaturlayouts von…

Wir sind uns jedenfalls sicher, damit das nächste große Ding in Sachen Anpassbarkeit, Usability und Sicherheit erfunden zu haben. Jetzt müssen wir nur noch den Programmierer von den Vorteilen überzeugen. Aktuell schaut er noch skeptisch… und das schon seit drei Stunden.
Da hat er von der Idee zum ersten mal gehört.

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Markus arbeitet kurz

Datum: 13. März 2009
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„Kurz arbeiten“ ist ja nur eine euphemistische Umschreibung für garnicht arbeiten. Und es ist eigentlich garnicht schlecht. Nur laut sagen darf man das nicht.

Leider ist kurz arbeiten aber auch ganz schön teuer. So war ich heute vormittag erstmal einkaufen. Ein bisschen was zu Essen und ein paar Getränke, denn irgendwie waren nur noch welche mit Alkohol da. Das ist zwar nicht schlimm, aber auf Dauer problematisch.

Es ist überraschend, wieviel andere Leute auch „kurz arbeiten“ und an einem Freitag Morgen Netto und Aldi verstopfen.

Danach traf ich mich mit Bernd. Bernd trug eine Strickmütze mit der stolzen Aufschrift Nr. 1. Jedem, der ihn danach fragt, erklärt Bernd, dass er die Mütze von seiner Mama hat. Leuten, die ihn nicht danach fragen, erzählt er es auch.

Wir setzen uns in ein nettes Café und machen sowas ähnliches wie Brunchen. Dabei unterhalten wir uns über aktuelle Themen und beobachten Menschen, und das ist manchmal ziemlich spannend.

Weil man momentan in den Medien unmöglich daran vorbeikommt, reden wir auch ein wenig über Amokläufe und die leidige Diskussion „Killerspiele“. Ich bin jetzt nicht der Typ, der tagelang irgendwelchen Pixelmenschen den Kopf wegballert, aber ich halte nix von einem solchen Verbot. Als nächstes würden dann Rennspiele verboten, weil sie zum Rasen verführen. Das halte ich für Blödsinn. Als nächstes müsste man dann Filme verbieten, und wenn man es konsequent zu Ende denkt auch Bücher. Na gut, wahrscheinlich weiß nur ein kleiner Prozentsatz der heutigen Minderjährigen noch, was Bücher sind, aber Gewalttätigkeit und moralische Fragwürdigkeit findet man darin auch. Und das nicht zu knapp.

Also seh ich garnicht ein, warum ich auf kleine Kunstwerke wie GTA IV oder Mass Effect verzichten soll, nur weil Einzelne nicht zwischen Realität und Spiel unterscheiden können. Denn das ist offensichtlich das Problem.

Am Nachbartisch sitzt ein Mann im mittleren Alter, mit ziemlich wenigen Haaren dafür aber gepflegter Rhetorik und einem imensen Mitteilungsbedürfnis. So nebenbei bekommen wir mit, dass die duchaus attraktive, ein ganzes Stück jüngere Dame am selben Tisch seine Frau ist. Nach einiger Zeit stellen wir fest: Sie ist Französin.

Das scheint ein Trend zu sein, dass ältere, besserverdienende Männer von bestenfalls durchschnittlichem Aussehen und – wie in diesem Fall – auch fehlendem modischem Empfinden sehr viel jüngere, wesentlich attraktivere Französinnen heiraten. Als ich neulich Klamotten kaufen war, hab ich schon mal ein solches Paar gesehen.

Vielleicht könnte ich irgendwie an die E-Mailadresse von der niedlichen Französin kommen, die mir vor 15 Jahren beim Schüleraustausch schon aufgefallen war. Die ist bestimmt immer noch niedlich. Ich könnte von meinem zurückgehenden Haaransatz berichten und von meinem Einkommen. Beim Einkommen könnte ich ja ungenaue Angaben machen. „Ungenaue Angaben machen“ ist in diesem Fall eine euphemistische Umschreibung für „lügen wie gedruckt“.
Mal sehen, vielleicht kommt sie mich ja mal besuchen… und heiraten.

Nach dem gemütlichen Brunch gehen Nr. 1 und ich noch kurz in den Drogeriemarkt mit der großen Auswahl an CDs und DVDs. Mir fällt dort auch gleich ein Verdächtiger auf…
„Hey, Bernd… da schaut sich einer Killerspiele an!“

Gerade laut genug. Der Verdächtige stellt das Spiel zurück ins Regal und geht. Das war knapp.*

Obwohl ich mir vorgenommen hatte, nichts zu kaufen, besitze ich jetzt (endlich) die erste Staffel von Veronica Mars, einer der meistunterschätzten Serien aller Zeiten. Und für nicht mal 10 Euro ein echtes Schnäppchen.

Alles in allem hat mich der heutige Tag damit knapp 50 Euro gekostet. Deshalb ist kurz arbeiten ganz schön teuer. Mal sehen, was die zweite Hälfte des Tages noch kostet…

* Hierbei handelt es sich um eine sarkatische Anmerkung, die in erster Linie der Dominanz eines einzigen Themas in sämtlichen Medien über Tage hinweg Rechnung trägt. Das nervt doch! Außerdem ist es ein Armutszeugnis für Medien und deren Konsumenten und ihre Sensationsgeilheit.

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Lichtjahre oder Zentimeter?

Datum: 4. März 2009
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RTL2 stellt am heutigen Mittwoch in den Werbepausen der Science-Fiction-Serien die Frage:

Wie misst man die Entfernung im Weltall?
a) Lichtjahre
b) Zentimeter

Ich frag mich, was dagegen spricht Entfernungen im All in Zentimeter zu messen. Oder wie sinnvoll Entfernungsangaben in Lichtjahren z.B. bei Andockmanövern an der ISS sind?

Stümper!

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Mehr Übersichtlichkeit

Datum: 2. März 2009
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Neulich hat mich der stolze Besitzer einer tabellenbasierten Reptilienseite darauf aufmerksam gemacht, dass meine Startseite ganz schön unübersichtlich sei. Ich war überrascht. Beim Versuch, das Ganze einigermaßen objektiv zu betrachten fiel mir auf, dass durch die beiden recht flachen blau hinterlegten Boxen die Dreispaltigkeit des Layouts nicht so deutlich wurde, wie ich das beabsichtigt hatte.

Startseite mit zwei blau hinterlegten BoxenStartseite mit zwei blau hinterlegten Boxen

Kurzerhand wurde also die Kommentarbox entfernt und die Box mit dem jüngsten Posts vergrößert. Damit geht zwar der Effekt verloren, dass neue Kommentare meine Startseite aktualisieren, aber sie wird dadurch aufgeräumter. Und es ist ja auch nicht so, dass ich täglich Dutzende Kommentare bekommen würde. Noch nicht…

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Browser benutzen – ohne Installation

Datum: 26. Februar 2009
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Wer Webseiten erstellt und das einigermaßen ernst nimmt, kommt um Tests in diversen Browsern nicht herum. Was mich daran nervt ist, dass jede zusätzliche Installation die Windows-Registry zumüllt, oder sonstwo Dateien ablegt.
Zudem lassen sich verschiedene Versionen des Internet Exploders, die man ja immer noch berücksichtigen sollte/müsste, nicht ohne weiteres parallel installieren.

Eine ziemlich schicke Lösung bietet die Firma Xenocode. Der Anbieter von Virtualisierungslösungen bietet kostenlose Sandboxversionen der gängigen Browser zum freien Download an, die ohne Installation direkt starten.

Funktioniert sehr gut, ist praktisch und reicht zum Testen völlig aus.

Einziges Manko: Bestimmte Dateien scheinen während der Nutzung doch lokal abgelegt zu werden (Cache, Firefox Add-Ons usw.). Dafür sind sie beim nächsten Start zwar noch da, liegen aber halt irgendwo rum. Naja, man kann nicht alles haben.

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Internet Explorer hacken

Datum: 11. Februar 2009
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Wie heise online berichtet, führt ein etwas seltsames Verhalten des Internet Explorer zu einer potentiellen Sicherheitslücke, weil der Browser Code, der in Bildern versteckt ist, einfach ausführt.

Dieses Verhalten kann ich nicht bestätigen. Mein Proof-of-Concept jedenfalls ist ordentlich fehlgeschlagen.

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Selbe Seite – Halbe Größe

Datum: 5. Februar 2009
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Heute in der Arbeit hatten wir eine lustige Diskussion, wie groß eine Startseite sein darf. Mit „groß“ ist damit die Datenmenge gemeint, die beim Laden an den Browser geschickt wird. Interessant ist das deshalb, weil nicht jeder mit einer Hochgeschwindigkeitsinternetverbindung gesegnet ist, und weil das Warten, dass sich eine Seite aufbaut, ein schönes Beispiel für Lebenszeitverschwendung ist.

Vorsichtige Berechnungen ergaben, dass wir mit den aktuell geplanten Änderungen mit einer Datenmenge von 600 kb rechnen müssten. Das Laden würde mit einer ISDN-Verbindung im Idealfall 75 Sekunden dauern, und das ist eine furchtbar lange, eigentlich inakzeptable Zeit. Die Referenzseite, von der sich unsere „Strategen“ haben inspirieren lassen, und die ich hier bewusst nicht verlinke, bringt es sogar auf knapp 2 Megabyte – oder sagen wir 256 ISDN-Sekunden.

Das war für mich der Anlass, meine eigene Startseite mal ein wenig zu optimieren. Das Ergebnis vorweg: 115 statt vorher 226 kb. Und das ohne erkennbare Unterschiede oder funktionale Einschränkungen.
Wie geht das?

Erstens: Das hübsche Bild von mir war bislang im PNG-Format abgespeichert, was einen transparenten Hintergrund ermöglicht, aber satte 77 kb gebraucht hat. Ich bin da noch nicht so fit, möglicherweise kriegt man das durch diverse Einstellungen kleiner, aber da ich in diesem Fall sowieso keine Transparenz brauche, ist es jetzt ein JPG – nur ein Zehntel so groß.

Die zweite Maßnahme war ein bisschen komplizierter. Die meisten Browser haben eine eingebaute Entpackerfunktion. Die wird jetzt genutzt, indem Javascripte und Stylesheets gepackt übertragen werden, wenn der Browser etwas damit anfangen kann.
Die meisten Webserver haben dafür die Möglichkeit, die Daten automatisch zu packen, was aber immer wieder passiert… und das muss nicht sein. Also hab ich auf meinem Server gepackte Versionen von allen Scripten und CSS-Dateien abgelegt und prüfe bei jeder Anfrage, ob lieber die gepackte oder die normale Version ausgeliefert werden sollte. Für Javascripte, die noch dazu in einem besonderen Ordner liegen, sieht das so aus:

RewriteCond %{HTTP:Accept-Encoding} .*gzip.*
RewriteRule ^scripts/(.*)\.js$ /bla/scripts/$1.gz.js [L]
RewriteRule ^scripts/(.*)$ /bla/scripts/$1 [L]

Dem Profi fällt auf, dass meine gepackten Dateien die Erweiterung .gz.js haben. Man würde es umgekehrt (.js.gz) erwarten. Da macht mir aber die vom Webhoster vorgegebene Serverkonfiguration einen Strich durch die Rechnung, die für .gz Dateien dem Browser verschweigt, dass es sich eigentlich um ein Script handelt… und das macht Probleme.
Also, Erweiterung umgedreht, etwas ungewöhnlich, aber es funktioniert – zumindest in allen Browsern, die ich zur Hand habe.

Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch wenn, oder gerade weil man eben keinen Unterschied sieht.

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