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Schriftgrößen und liquide Layouts

Datum: 5. Mai 2007
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Dieser Artikel bezieht sich auf eine frühere Version des Blogs

Kein anderes Medium entwickelt sich so schnell wie das Internet. Und was gestern noch der letzte Schrei war - man denke nur an tabellenbasierte Layouts - gilt heute schon als unprofessionell und wird verspottet. Unabhängig von den verwendeten Techniken, hier ein paar Gedanken zu Schriftgrößen und sogenannten liquiden Layouts.

Dieses wundervolle Weblog verwendet eine relativ große Schrift. Warum relativ, darauf werde ich ein ander Mal eingehen. Aber warum groß?

Als ich vor knapp 7 Jahren meine erste Webseite zusammengestöpselt hab, ging der Trend eher hin zu kleinen Schriften. Das blieb eine ganze Weile so. Der Hauptgrund dafür dürfte gewesen sein, dass damals die am weitesten verbreitete Bildschirmauflösung unglaubliche 800×600 Punkte hatte. Rechnet man dann noch Symbolleisten des Browsers weg, war der Rest relativ klein. Jakob Nielsen, Usabilityguru vertrat zu der Zeit die These, dass Scrollen nicht gut sei für die Benutzbarkeit. Logische Schlussfolgerung: man verwendet kleine Schriften um möglichst viel Informationen auf eine Seite zu bekommen.

Mittlerweile hat sich einiges geändert. Herr Nielsen findet Scrollen gut und Bildschirmauflösungen von 1600×1200 sind nicht mehr außergewöhnlich. Der Standard dürfte wohl bei 1280×1024 liegen. Wenn man auf einem solchen Bildschirm eine Seite von damals betrachtet oder gar lesen möchte, kommt das einer kleinen Herausforderung gleich.

Daher geht der Trend heutzutage hin zu größeren Schriften, die auch bei hohen Auflösungen bequem lesbar sind. Und mit einem Scrollrad an der Maus liest sich auch ein recht langer Text sehr einfach.

Ganz ähnlich der Schriftgröße wird auch die Funktionsweise eines Layouts maßgeblich von der Bildschirmauflösung beeinflusst. Je breiter ein Text wird, desto schwieriger ist er zu lesen. Das ist ein simpler Grundsatz, und deshalb sind auch Zeitungen mehrspaltig. Erst recht bei kleinen Schriften machte es also durchaus Sinn, die Spaltenbreite irgendwie zu beschränken. Das Ergebnis waren dann häufig schmale Textfenster mit fixer Breite in denen gescrollt werden konnte, umrahmt von vielen Bildern.
Von den vielen Bildern ist man mittlerweile abgekommen. Auch wenn der Praktikant aus unserer Werbeabteilung etwas anderes behauptet, geht der Trend eindeutig zu weniger Bildern. Moderne Seite kommen meist mit einem großen Banner oben aus und lenken den Fokus ansonsten auf den Text. Blogs sind ein Paradebeispiel dafür.

Jens Meiert, jemand der sich mit Webdesign sehr gut auskennt, setzt derzeit auf ein sogenanntes liquides Layout, das sich der Breite des Browserfensters anpasst, und sie voll ausnutzt. Ich sehe das ein wenig problematisch und halte deshalb an einem fixen Layout, mit definierten Spaltenbreiten fest. Der Grund sind einmal mehr die tendenziell immer höheren Bildschirmauflösungen. Auf einem Widescreen-Display mit 1600 oder mehr Pixeln in der Breite dehnt sich die Seite soweit aus, dass der Text zwangsläufig schwerer zu lesen wird.

Da konzentriere ich mich lieber auf eine Textspalte auf der linken Bildschirmseite und scrolle nach unten.


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