Selbe Seite - Halbe Größe
Heute in der Arbeit hatten wir eine lustige Diskussion, wie groß eine Startseite sein darf. Mit “groß” ist damit die Datenmenge gemeint, die beim Laden an den Browser geschickt wird. Interessant ist das deshalb, weil nicht jeder mit einer Hochgeschwindigkeitsinternetverbindung gesegnet ist, und weil das Warten, dass sich eine Seite aufbaut, ein schönes Beispiel für Lebenszeitverschwendung ist.
Vorsichtige Berechnungen ergaben, dass wir mit den aktuell geplanten Änderungen mit einer Datenmenge von 600 kb rechnen müssten. Das Laden würde mit einer ISDN-Verbindung im Idealfall 75 Sekunden dauern, und das ist eine furchtbar lange, eigentlich inakzeptable Zeit. Die Referenzseite, von der sich unsere “Strategen” haben inspirieren lassen, und die ich hier bewusst nicht verlinke, bringt es sogar auf knapp 2 Megabyte - oder sagen wir 256 ISDN-Sekunden.
Das war für mich der Anlass, meine eigene Startseite mal ein wenig zu optimieren. Das Ergebnis vorweg: 115 statt vorher 226 kb. Und das ohne erkennbare Unterschiede oder funktionale Einschränkungen.
Wie geht das?
Erstens: Das hübsche Bild von mir war bislang im PNG-Format abgespeichert, was einen transparenten Hintergrund ermöglicht, aber satte 77 kb gebraucht hat. Ich bin da noch nicht so fit, möglicherweise kriegt man das durch diverse Einstellungen kleiner, aber da ich in diesem Fall sowieso keine Transparenz brauche, ist es jetzt ein JPG - nur ein Zehntel so groß.
Die zweite Maßnahme war ein bisschen komplizierter. Die meisten Browser haben eine eingebaute Entpackerfunktion. Die wird jetzt genutzt, indem Javascripte und Stylesheets gepackt übertragen werden, wenn der Browser etwas damit anfangen kann.
Die meisten Webserver haben dafür die Möglichkeit, die Daten automatisch zu packen, was aber immer wieder passiert… und das muss nicht sein. Also hab ich auf meinem Server gepackte Versionen von allen Scripten und CSS-Dateien abgelegt und prüfe bei jeder Anfrage, ob lieber die gepackte oder die normale Version ausgeliefert werden sollte. Für Javascripte, die noch dazu in einem besonderen Ordner liegen, sieht das so aus:
RewriteCond %{HTTP:Accept-Encoding} .*gzip.*
RewriteRule ^scripts/(.*)\.js$ /bla/scripts/$1.gz.js [L]
RewriteRule ^scripts/(.*)$ /bla/scripts/$1 [L]
Dem Profi fällt auf, dass meine gepackten Dateien die Erweiterung .gz.js haben. Man würde es umgekehrt (.js.gz) erwarten. Da macht mir aber die vom Webhoster vorgegebene Serverkonfiguration einen Strich durch die Rechnung, die für .gz Dateien dem Browser verschweigt, dass es sich eigentlich um ein Script handelt… und das macht Probleme.
Also, Erweiterung umgedreht, etwas ungewöhnlich, aber es funktioniert - zumindest in allen Browsern, die ich zur Hand habe.
Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch wenn, oder gerade weil man eben keinen Unterschied sieht.
Golf
2009 nehm ich Golfstunden.
Noch jemand Lust bekommen?
The Big Picture
Auf einer Webseite, die irgendwie zum Boston Globe gehört - genau hab ich das auch nicht verstanden - gibt es ein ziemlich geniales Photoblog: The Big Picture. Aktuelle Ereignisse werden dort in qualitativ hochwertigen Fotos dargestellt.
Aufmerksam geworden bin ich durch einen bebilderten, dreiteiligen Jahresrückblick 2008, seitdem schau ich regelmäßig dort vorbei.
8:15 Uhr, eine Schallplatte und eine völlig neue Perspektive
Das sind die Zutaten für die ersten fünf Minuten Lost der fünften Staffel. So kennt man das. So mag man das.
Was folgt, sind fast 40 Minuten, vollgepackt mit sich überschlagenden Ereignissen. Innerhalb einer einzelnen Folge passiert so viel. Die Autoren meinen es ernst. Mit der sechsten Staffel endet die Serie und es gibt noch so viel zu erzählen. Da gilt es keine Zeit zu verlieren. Ich freue mich auf eine neue Staffel einer unglaublichen Serie.
Panic Room
Tags: Blödsinn, Fernsehen, In eigener Sache, Kino, Musik, Spaß, Technik, Xbox, Zitate
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Hier ist länger nichts mehr passiert. Ich hatte was anderes anderes zu tun. Und wären wir nicht neulich auf einem Geburtstag zufällig darauf gekommen, dass ich ja ein Blog habe, hätte ich es fast vergessen.
Was also hab ich drei Monate lang gemacht, dass ich meine Seite so sträflich vernachlässigt habe?
Ich war auf einer Halloween-Party, habe mehrfach gebruncht, hab gearbeitet, hatte Urlaub und war Gast auf diversen Geburtstagsparties. Ich war im Kino, mit unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichen Filmen von unterschiedlicher Güte. Mit einigen Freunden war ich was Trinken, manchmal mit mehreren, manchmal mit einzelnen. Ein paar mal war ich sehr gut Essen, einmal sehr schlecht Bowlen und insgesamt auf mehr Weihnachtsfeiern als je zuvor.
Ich war mit acht Freunden auf drei Weihnachtsmärkten in einer Stadt, habe viel Glühwein getrunken, habe mir (daraufhin) den Mund an einem halben Meter Bratwurst verbrannt, wurde für 10 Minuten aggressives Flirten mit einem Glühweingutschein belohnt (das hat sich echt gelohnt!), habe viel gelacht, bin - in guter Tradition - aus der ersten Klasse der deutschen Bahn geflogen und habe entdeckt, dass PGR4 auch mit zwei Mini Coopern sehr viel Spaß macht. Und alles im letzten Satz an einem Tag.
Es war Weihnachten, dann Zeit für die Steuererklärung und dann Silvester und auf einmal 2009. Dazwischen gab’s Muffins. Die waren super. Gleich am Anfang von 2009 gab es ein Feuerwerk, das vom 12. Stock aus - wo wir gefeiert haben - recht gut aussah.
Etliche Male hatte ich Damenbesuch und irgendwann auch ein Schlafzimmer. Ich habe zweimal bei eisigen Temperaturen gegrillt und ich würde es wieder tun! Ich habe in der ganzen Zeit auffällig wenig neue CDs gekauft, dafür ein paar auffällig gute. Einige Zeit habe ich was Tolles programmiert, dass ich hier vorstellen werde, sobald es fertig ist. Ich habe viel aus How I Met Your Mother zitiert und es wurde viel zu selten zu schätzen gewusst. Einen Plan hab ich gezeichnet, einen Musterfragebogen zur psychologischen Vorbereitung auf Klassentreffen erfunden und ich habe eine Mandarine mit Nähten bemalt, dass sie aussieht, wie ein Baseball.
Zu guter letzt - und dafür ging ein Großteil des Novembers und ein beachtlicher Teil des Dezembers drauf -, bin ich umgezogen. Darf man “zu guter letzt” sagen, wenn das, worum es geht, eigentlich vor allen anderen Sachen passiert ist, die man aufzählt?
Ich hab mir eine schicke kleine Wohnung gesucht, und verwirkliche mir den Traum, zumindest eine Zeit lang in der Stadt (Hof gilt ja als Stadt) zu leben. Es ist toll: Ich laufe 3 Minuten zum Bäcker, keine 5 Minuten zum Kino, 7-10 Minuten in die Fußgängerzone. Direkt vor meinem Fenster ist ein kleiner Park und die Wohnung selbst fällt für 65qm beachtlich groß aus und ist in einem sehr guten Zustand.
Das allerbeste jedoch ist ein kleiner Raum, etwa ein mal einen Meter mit autonomer Nahrungsmittelversorgung und gut versteckt hinter meiner Küchentür. Mein Panic Room. Der Schlüssel steckt immer innen an der Tür, so dass ich - im Falle dass Einbrecher in meine Wohnung eindringen - mich dort einschließen kann. Da der Lichtschalter außen ist, habe ich mich dazu entschlossen, im Panic Room selbst keine Lampe anzubringen, so dass mich Einbrecher, die draußen lauern nicht durch Ein- und Ausschalten des Lichts einschüchtern können.
Was habt ihr so die letzten drei Monate gemacht?
Ich kann länger!
Wer kennt sie nicht? Ideen, die unter mittelmäßigem Alkoholeinfluss entstanden sind. Dieser Eintrag geht auf eine solche Idee zurück.
Ich kann viel länger!
Dafür kann Mona viel lauter.
Weil es mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht…
Von Anzügen und Bankern
Heute Morgen bin ich auf dem Weg zur Arbeit in eine Verkehrskontrolle geraten. Eine Kontrolle, durchgeführt von Jugendlichen mit geschwärzten Gesichtern, die Geld haben wollen. Das passiert mir jedes Jahr einmal, immer Ende Oktober, immer an der gleichen Stelle und immer am Montag nach der Kirchweih. Ich kombiniere: Muss ein Brauch sein!
Zum Glück hatte ich einen Anzug an.
Zum Glück deshalb, weil ich dadurch automatisch als Banker identifiziert wurde, und mit dem Argument, dass Banken jetzt kein Geld mehr haben, ziemlich billig davon gekommen bin. Der Dialog im hochfränkischen Original:
- Morgn.
- Morgn. Is woll scho widda Kärwa?
- Hoo. (auffälliges Mustern…) Du erbest woll in da Benk?
- (geistesgegenwärtig) Hoo. Ihr wisst ja, dass die Benken ka Geld mehr hamm.
- No, wievill hostn?
- Dou, an Euro zwanzich.
- Hoo, schenn Dank.
- Serbuss.
Wie kommt es, dass die ländliche Jugend bei jemandem, der einen Anzug trägt automatisch schlussfolgert, er wäre ein Banker?
Oder ein Versicherungsvertreter?
Das ist mir schon zum dritten Mal bei der gleichen Zielgruppe passiert. Darf man sich als Informatiker nicht auch aufmotzen, wenn man in die Arbeit geht?
Frauen, Männer und Mixed CDs
Warum gibt es kein deutsches Wort, dass dem englischen Begriff Mixed CD gerecht wird?
Egal, darum geht es nicht.
Ohne aktuellen Bezug möchte ich folgendes einfach mal feststellen: Ähnlich wie über die Genialität des Films Feld der Träume, geht die Meinung über die Bedeutung einer selbst zusammen gestellten CD zwischen Mann und Frau ziemlich auseinander.
In vielen Fällen reagieren Frauen auf eine solche CD in der Art:
[ironiemodus unterton="leicht gelangweilt"]
Wow, eine CD.
[/ironiemodus]
Eine wirklich gute Mixed CD ist weit mehr als das. Sie wird nicht in wenigen Minuten zusammengeklickt. Es werden Stunden, manchmal Tage investiert, die geeigneten Titel auszuwählen, die sinnvollste Reihenfolge zu bestimmen (notfalls auszuprobieren) und sogar die Abstände zwischen den einzelnen Liedern zu perfektionieren.
Warum das alles? Nicht immer gibt es romantische Hintergründe. Es geht vielmehr darum, jemandem zu zeigen: Ich hab über dich nachgedacht.
Die Mixed CD (oder das Mixed Tape - lieber Kinder, das hatte man früher so) ist eine unaufdringliche Art das mitzuteilen. Aber unterschätzen sollte frau deshalb nicht, wieviel Zeit dahinter steht. Und schon garnicht sollte Frau so reagieren:
[ironiemodus unterton="leicht gelangweilt"]
Wow, eine CD.
[/ironiemodus]
Vielleicht sollte ich mal wieder eine CD zusammenstellen. Hab ich schon lange nicht mehr gemacht. Und jetzt hab ich irgendwie Lust bekommen. Trotzdem.
Microblogging - Der Selbstversuch!
Ein auffälliger Trend im heutigen Netz ist das sogenannte Microblogging: kurze Statusmeldungen, um das Internet wissen zu lassen, was man gerade macht, denkt, isst, usw. Der Microblogging-Dienst schlechthin ist Twitter, der wahrscheinlich erfolgreichste deutschsprachige ist bleeper.
Ich dachte immer, ich brauche so etwas nicht. Ich konnte den Sinn des Ganzen - anders als den Sinn des Bloggens, wo es darum geht über etwas zu berichten, oder zu reflektieren, etwas von Relevanz zu veröffentlichen, nicht irgendwelche Banalitäten - nicht verstehen. Ich dachte, “twittern” oder “bleepen” ist was für Leute, die sich selbst viel zu wichtig nehmen - so wichtig nämlich, dass sie der Welt unbedingt mitteilen müssen, dass sie gerade joggen gehen wollen, den Sinn des Lebens erkannt haben (doch nicht) oder Chips essen. Wen interessiert denn das?
… dachte ich.
Genau wie Herr van Aaken bin ich gründlich, wenn ich etwas lese und suche mir deshalb genau aus, was ich lese. Dem widerspricht es eigentlich, sich auf einer Seite mit Gedankenfetzen anderer im Minuten- oder gar Sekundentakt zu überfluten.
Trotzdem habe ich mich in den letzten Tagen ein wenig mit bleeper beschäftigt, und einige Erkenntnisse gewonnen:
Es geht beim Microblogging weniger darum, einfach egozentrisch in die Welt zu senden. Es geht auch darum, auf andere zu reagieren, und mit ihnen zu interagieren. Als ich neulich Abend was über den Lego Technic Kran gelesen habe, den ich auch ha… schon mal gesehen habe, hätte ich am liebsten geantwortet. Und wenn man das ein paar mal macht, dann ist man schon Teil eines sozialen Netzwerks. Und das ist eine spannende Sache, finde ich.
Ich halte nichts davon, dutzende Profilseiten bei verschiedenen Netzwerken online zu stellen, und Freunde zu sammeln, wie andere Bierdeckel. Seit Wochen wehre ich mich dagegen, mich bei studiVZ zu registrieren, dass mich eine sympathische, blonde Dame zu ihrem sowieso schon dreistelligen Bekanntenkreis hinzufügen kann. Das bringt doch nichts.
Wenn ein soziales Netzwerk aber darauf basiert, sich auszutauschen - und sei es im sehr begrenzten Umfang - dann wird es interessant. Dann ist es wie ein Forum, nur universeller, weil man auf kein Thema festgelegt ist. Und es ist schneller, weil die Beiträge kürzer sind und der Nutzerkreis größer ist.
Klingt spannend.
Das probier ich aus.