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ARGH! Links mit 120! Deppin!

Datum: 21. Juni 2007
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Liebe Verkehrsteilnehmer, aus aktuellem Anlass (schwarzer Passat, HO-CK ???) möchte ich auf ein gern vergessenes Feature der deutschen Straßenverkehrsordnung hinweisen: Das Rechtsfahrgebot.

Gebot, das klingt im ersten Moment nach Bibel und nach Regeln aus einer Zeit, als es von Menschen gemachte ausgeklügelte Gesetzeswerke noch nicht gab und man sich nicht darauf verlassen konnte, dass der gesunde Menschenverstand einen wissen lässt, was gut und was schlecht ist. Zugegeben, letzteres klappt heute auch noch nicht so gut, wie man es sich wünschen würde.

In unserem Fall haben wir es mit einem modernen Gebot zu tun. Die Quintessenz des Rechtsfahrgebots lautet: Wenn du links nichts verloren hast, fahr gefälligst rechts! Klingt einfach, scheint aber ziemlich kompliziert zu sein. Die Frage ist: Wann hat man links nichts verloren?

Der heutige Versuchsaufbau war eine autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und mit sehr sehr wenig Verkehr. Die Straße war trocken und die Sicht ausgezeichnet.

Die Probandin, deren Haupthaar - wie ich später im Rechts überholen vorbeifahren sehen konnte - am ehesten an einen überlebensgroßen, dafür recht ungepflegten Pudel erinnerte, nutzte die freie Fahrbahn um mit 120 Stundenkilometern die linke Spur zu besetzen. Und das obwohl die rechte so leer war, wie mittlerweile die Konzerthallen bei einem Monrose-Konzert.

Jetzt ist 120 eine ziemlich berauschende Geschwindigkeit… wenn man einen Krankenfahrstuhl fährt, ein Fahrrad mit Hilfsmotor oder einen Mähdrescher. Für einen Autofahrer im Vollbesitz der geistigen Kräfte, die ich gerne unterstellen würde, sind 120 bei den genannten Bedingungen einfach nur öde. Und wenn man dann noch die Dreistigkeit besitzt, die linke Spur zu vereinnahmen und so genervte Menschen davon abhält mit 140-160 in ihren wohlverdienten Feierabend zu brausen, sollte man seinen Führerschein eigentlich gleich in oben genannten Mähdrescher werfen und sich selbst am besten gleich hinterher.

Auf jedem Fall - um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen - hat man unter diesen Umständen und mit dieser Geschwindigkeit links nichts verloren. Gar nichts. Überhaupt nichts.

Ein in diesem Zusammenhang auch recht interessanter Versuchsaufbau ist eine stark verschneite Autobahn, auf der sich die Durchschnittsgeschwindigkeit wetterbedingt bei 40 bis 60 Stundenkilometern eingependelt hat. Da hat man auf der linken Spur sowieso nichts verloren, es sei denn man hat ein Allradfahrzeug.

Der Trantüte von heute jedenfalls verleihe ich hiermit feierlich das Prädikat: Ich bin der Stau! Prädikat: Ich bin der Stau

Mehr dazu bei René.

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